Internationale Risiken und Weltwirtschaft: Weltweite Erwartungen

Geopolitische Risiken und Weltwirtschaft

Internationale Risiken und Weltwirtschaft: Weltweite Erwartungen

Die Dezemberumfrage von McKinsey unter über 2000 Exekutives weltweit zeigt speziell unter den Managern in Europa und Nordamerika Besorgnis zur weltweiten Stabilität sowohl in kurzfristigen, wie langfristigen Erwartungen. In Europa stieg der Anteil, die dieses als besonderes Risiko einschätzen in den letzten 3 Monaten von 68% auf 87%. Betreffs der Einflüsse auf den jeweiligen Heimatmarkt ist diese Sorgen noch stärker. In den USA ist man aktuell noch besonders besorgt über den politischen Übergang nach den nächsten Präsidentschaftswahlen (44%).

Risiken für die Weltwirtschaft in den nächsten 10 Jahren

Geopolitische Risiken treiben auch gerade betreffs der langfristigen Planung die Sorgen der Wirtschaftsführer. Auf die Frage, der wichtigsten Risiken über die nächsten 10 Jahre äußerten im Dezember 2015 46% die Einschätzung, dass die geopolitische Instabilität im mittleren Osten und Afrika „extrem wahrscheinlich“ einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung haben wird.( 2015 - 46% vs. 2014 - 27%). Sehr wahrscheinlich schätzen dies in 2015 weitere 44% ein vs. 40% im Dezember 2014. Zusätzlich wird das extremwahrscheinliche Risiko größerer Terrorattacken mit erheblichem Wirtschaftseinfluss von 37% der Befragten gesehen (Dez. 2014 - 16%).

Trotz der geopolitischen Risiken hat sich die Erwartungshaltung der Manager für die Weltwirtschaft insbesondere aufgehellt. Während im September noch 62% einen Abfall der Wirtschaftsentwicklung sahen, liegt dieser jetzt nur noch bei ca. 1/3.

Europa und Indien als Optimisten, USA und China zurückhaltend

Betreffs der Zukunftserwartung für die Weltwirtschaft bleiben Indien und Europa die optimistischsten Regionen, in denen sich auch in den letzten 3 Monaten die Erwartungen für die jeweils 6 folgenden Monate weiter gebessert haben (Indien 51% vs. 44% , Europa 40% vs. 32%). Lateinamerikanische Manager waren in den letzten Jahren stets besonders zurückhaltend zur Wirtschaftsentwicklung vor dem Hintergrund der eigenen Probleme und schwacher Rohstoffmärkte. In den letzten 3 Monaten hat sich hier jedoch auch die Erwartung einer positiven Weltwirtschaftsentwicklung von 24% auf 40% deutlich erhöht. Diese Rate stieg auch für die Entwicklungsländer (22% auf 40%) und Asien-Pazifik (23% auf 38%) deutlich an. Lediglich in Nordamerika und China ist keine wesentliche Entwicklung einer positiven Erwartungshaltung für die Weltwirtschaft zu beobachten. Sie verbleibt auf niedrigem Niveau, USA Sept. 2015 27%, Dezember 2015 29% und China 27% vs. 22%. (s. Bild)

Ölpreis heute und in 12 Monaten

Die zuvor geäußerten Einflüsse volatiler Ölpreise auf die Weltwirtschaft der nächsten 10 Jahre wird hingegen in 2015 weniger oft genannt (50%) als vor einem Jahr (60%). Die Besorgnis über die Volatilität der Finanzmärkte bleibt auf hohem Niveau (54% vs. 49%)

Positive Entwicklung in den Heimatländern

Trotz der geopolitischen Risiken hat sich die Erwartungshaltung der Manager für Ihre jeweilige Heimatregion in den letzten 3 Monaten aufgehellt. Aktuell sagen ca. je 1/3 der Befragten, dass die Bedingungen dort sich verbessert, gleichgeblieben oder verschlechtert haben. In der letzten Umfrage hatten sich noch 41% mit einer negativen Einschätzung der Heimatregion geäußert.

Konflikte im eigenen Land besorgen insbesondere Manager in Indien und Latein-Amerika (50%), während Asien-Pazifik und China (24%) hier wenige Risiken sehen. In Europa und Nordamerika sehen hier (33%) bzw. (39%) der befragten Manager wichtige Risiken. Chinesische und Asien-Pazifik Manager treibt vielmehr die Sorgen um sinkende Verbrauchernachfrage um.

Auffällig ist, dass Exekutives in China und Europa mangelnde Innovationsraten als Risiko für Wachstum im Heimatmarkt für die nächste Dekade nennen.

Zur Wirtschaftsentwicklung der jeweiligen Heimatländer waren die Manager der Entwicklungsländer in allen Umfragen dieses Jahres deutlich zurückhaltender als ihre Kollegen der Industrieländer. Letztere sagen auch jetzt doppelt so häufig wie ihre Kollegen, dass sich die Wirtschaftsbedingungen in ihrer Heimatregion in den letzten 6 Monaten verbessert haben. Dieser Anteil war vor einem Jahr noch auf gleichem Niveau für beide Gruppen. Die gleiche Divergenz der Einschätzung zeigt sich auch bei der jeweiligen Einschätzung der aktuellen Weltwirtschaftslage.

Wohin steuert Chinas Wirtschaft?

In den letzten Monaten steht die Entwicklung in China unter besonderer Beobachtung. Die politische Führung in China kündigte für den nächsten 5-Jahresplan (2016-2020) eine Erwartung des Wirtschaftswachstums von mindestens 6,5% pro Jahr an. International sind die befragten Manger diesbezüglich eher skeptisch. Über die Hälfte der weltweit befragten Manger erwarten hier eine Rate von unter 5%, so dass China nicht seine Ziele erreichen wird. Besonders skeptisch sind hierzu Indiens Wirtschaftsmanager. Chinesische Wirtschaftsführer sehen hingegen zu 62%, dass Chinas GDP zwischen 6% und 7% wachsen wird.

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